©2019 Marco Anders

Mein Werdegang

Ich bin 48 Jahre alt und wohne im Moment mit meiner Frau in Brüssel. Nach meinem Abitur am Gymnasium Dinkelsbühl und dem Wehrdienst in Heidenheim am Hahnenkamm trat ich ein Studium für den gehobenen Deutschen Wetterdienst an. Das Grundstudium schloss ich erfolgreich mit Prüfungen in Verwaltungsgrundlagen ab, wie z.B. Verwaltungsrecht, Bürgerliches Gesetzbuch, Öffentliche Finanzwirtschaft und Staatsrecht. Diese Fächer sind das Rüstzeug für eine Karriere im Öffentlichen Dienst. Im Hauptstudium setzte ich mich mit Meteorologie, Klimatologie und Informationstechnik auseinander. Nach dem Diplom arbeitete ich als Datenbankadministrator beim Deutschen Wetterdienst in einem der größten Rechenzentren Europas. Diese verantwortungsvolle Aufgabe in einem so anspruchsvollen Umfeld erfordert ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und kontinuierlicher Weiterbildung. Das war eine hervorragende Schule für meine weitere Karriere.
Nebenberuflich studierte ich Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen und schloss als Diplom-Kaufmann ab. Das war nicht nur fachlich eine große Herausforderung. Es erfordert eiserne Disziplin sich nach einer 40-Stunden-Woche im Job noch über Bücher zu Buchhaltung, Finanzmathematik, Dienstleistungsmanagement oder Controlling zu setzen. Ich habe dadurch gelernt meine Zeit optimal einzuteilen.
Nach Stationen als IT-Experte bei der Stadt Freiburg und beim Bundeszentralregister heuerte ich beim Bundesrechnungshof in Bonn an, nicht zuletzt um meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse besser zu nutzen. Dort arbeitete ich ab 2005 als Rechnungsprüfer. Das ist das Pendant zu einem Wirtschaftsprüfer, nur im Öffentlichen Dienst. Es geht dabei darum, den Einsatz von Steuergeld in der Verwaltung zu verbessern.
Seit 2015 arbeite ich bei der Innenrevision der Europäischen Kommission. Inhaltlich ist diese Aufgabe sehr ähnlich zu der beim Bundesrechnungshof. Als Teamleiter bin ich Dreh- und Angelpunkt der Prüfungen. Ich konzipiere deren Inhalte, steuere mehrere Teams, verhandle mit den geprüften Behörden und bin meiner Leitung gegenüber verantwortlich, dass anspruchsvolle Qualitätsstandards und enge Zeitpläne eingehalten werden. Das ist eine sehr spannende und anspruchsvolle Aufgabe. Aber das Beste daran ist: Es erweitert den Horizont, mit Menschen aus allen Mitgliedsstaaten der EU zusammenzuarbeiten.

 
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Warum möchte ich Bürgermeister werden?

Sie werden sich vielleicht fragen, warum jemand, der sich in einer Metropole wie Brüssel und einer Organisation wie der Europäischen Kommission gut zurechtfindet, ausgerechnet als Bürgermeister nach Schopfloch will…

Warum Bürgermeister? In meinem derzeitigen Job führe ich pro Prüfung bis zu dreißig Interviews mit Kollegen der geprüften Organisation. Den täglichen Kontakt mit Menschen finde ich unglaublich spannend, weil jeder anders tickt und ich mich immer wieder auf unterschiedliche Leute einstellen muss. Das wollte ich auf gar keinen Fall aufgeben und der Job als Bürgermeister bietet genau das: den Umgang mit Menschen.

Und warum ausgerechnet Schopfloch? Der Kontakt zu Menschen ist in einer kleineren Kommune intensiver als in einer größeren Stadt. Zudem komme ich von hier, bin hier aufgewachsen und spreche auch nach Jahren in der Fremde noch den Dialekt. Besonders in letzter Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich Schopflocher Bürger sofort untereinander helfen, wenn jemand in Not gerät. Das hat mich zutiefst beeindruckt, weil das so in der Stadt undenkbar ist. Wir müssen diese Solidarität unbedingt bewahren und dazu möchte ich beitragen. Es wäre deshalb eine Ehre für mich Ihr Bürgermeister zu sein.